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4. Januar 2026

Kolumne (No. 1)

Main-Character-Syndrome

Ist meine Geschichte auserzählt? Ist es soweit, dass ich nicht mehr der Hauptcharakter meines eigenen Lebens sein werde? 

Das neue Jahr hat begonnen. Ich habe mir wie jedes Jahr die üblichen Verdächtigen als Vorsätze gesteckt. Zurück in die Routinen -  ein gesünderes, besseres Ich werden. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass es nicht mehr viel zu tun gibt. Ich bin dreißig, verheiratet, habe einen Hund und einen soliden Job. Es gibt kein Drama mehr. Meine Freunde haben die spannenden Geschichten und Entwicklungen. Ich beobachte nur noch. Und ich weiß nicht, ob das etwas Gutes oder Schlechtes ist. 

Ich hatte doch schon Main-Character-Syndrome, bevor es überhaupt ein Wort dafür gab. Wie man nicht der Hauptcharakter seines eigenen Lebens sein soll, übersteigt meinen Horizont. Ich kann mir nicht einmal vorstellen, wie das gehen soll. Und es macht mir ehrlich gesagt Angst. 

Meine Youtube-Bubble ist voll von Leuten, die 2026 zu ihrem Jahr machen wollen. Abnehm-Journeys, Declutter-Videos und paradoxerweise Tipps wie man endlich Social Media "quittet". Girl, dein Job ist Social Media - Denkst du wirklich, dass du die richtige Person bist, dafür Tipps zu geben? 
Wer ein Offline-Leben hat, gibt keine Tipps auf Social Media. Man lebt sein Leben im Hier und Jetzt, oder? Würde ich über mich sagen, dass ich ein Offline-Leben führe? Kann man überhaupt noch ein Sozialleben haben, wenn man 100% offline ist?

Letztes Jahr habe ich mich von Social Media großteils verabschiedet. Ich habe nur noch Youtube auf meinen Geräten installiert, weil ich ohne Videos über das Weltall oder Game of Thrones nicht einschlafen kann. Ein Laster, das ich beschlossen habe, nicht aufgeben zu wollen, weil es mich zu glücklich macht und dafür zu wenig schadet. Zum Glück sind YouTube Shorts so ein furchtbarer Ort, dass man dort auch freiwillig keine Zeit verbringen will - außer man ist richtig schlimm verkatert. Youtube selbst ist für mich das, was früher Fernsehen war. Ich schaue meine "Serie" (aka bestimmte Kanäle, deren Videos ich jede Woche sehe) und gucke, was mir sonst so vorgeschlagen wird. Und wir zahlen für Youtube Premium. Sonst wäre wohl auch das ein unerträglicher Ort. 

Mit einem Job in der Werbebranche kann ich sagen: Es ist abzusehen, dass alles, das sich mit dem Internet verbinden lässt, potentiell Werbung ausspielen kann. Der Kühlschrank, jede einzelne App, sogar das kleine Bedienfeld auf der Waschmaschine. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass europäische Gesetzgeber das so einfach zulassen werden, aber technisch ist es bereits jetzt möglich. 
Was ich damit sagen will: Jeder technische Fortschritt ist solange toll, bis er von Werbung ruiniert wird. Google, Blogs, Instagram, Podcasts und irgendwann sicherlich auch ChatGPT. Und Social Media ist diesem Phänomen schon zum Opfer gefallen. Es gibt dort nichts mehr, das sich für mich echt anfühlt. 

Mein Leben ist so viel besser ohne Social Media, ohne digitale Medien generell. Je weniger ich auf Bildschirme schaue, desto glücklicher bin ich. Auch wenn es gerade "trendy" ist, analog zu sein - manchmal haben Trends einen guten Grund. Mir ist bewusst, dass ich mit der Kolumne, die ich hier starte, alles andere als analog unterwegs bin. Da das hier ohnehin niemand liest, zählt das doch aber nicht als Social Media, oder? 

Hier kann ich Carrie Bradshaw spielen kann. Denn ich kann nicht anders, als mein Leben zu romantisieren. Das ist für mich ein viel zu großer Bestandteil von einem glücklichen Leben. Es muss eine Geschichte erzählen und am besten eine gute. Da wären wir dann wieder beim Main-Character-Syndrome. Mir ist durchaus bewusst, dass der Begriff abwertend konnotiert ist. Für mich allerdings nicht. Für mich ist es das beste Mittel gegen Depression. Wenn ich es schaffe meinen Alltag zu romantisieren, ist das wie ein Schutzschild gegen Existenzkrisen. 

Nein, meine Geschichte ist noch nicht auserzählt. Ich brauche nur einen Hebel, der mich in die Verantwortung zieht, meinen Alltag zu romantisieren. Dabei geht es nicht darum, eine große Veränderung herbeizuzaubern, eher die kleinen Dinge, die das Leben lebenswert machen, wieder zu sehen. Diese Kolumne soll das für mich werden.

Nächste Woche gehe ich genauer darauf ein, welche Ziele ich mir gesteckt habe und wie ich sie erreichen will. Mein Hauptziel bleibt aber: Romantisiere dein Leben, bis du selbst der Hauptcharakter deiner Geschichte bist. 

Hier eine kleine Vorschau, was euch nächste Woche erwartet:



5. April 2025

 Mein wildes Herz schlägt in deinen Händen.
Meine Hoffnung ist noch nicht gestorben.
Es ist noch nicht alles Gute verdorben.

Wir sind durch das Schicksal verbunden.
Der Druck der Zeit hat uns geschunden.
Ich glaube an ein Für-Immer mit dir.

Halt mein Herz, solange du magst.
Zerquetsch es nicht. Behüte es! 
Es ist alles, was ich zu geben vermag.




Abgeben

 Es wird ein Leben 
mit und ohne UNS geben.
Es gibt nichts zu vergeben.
Ich lass dich frei.
Lass alles los.
Was sein soll,
wird sein.

Ich werde glücklich sein.
Alles wird gut.
Es wird immer alles gut.
Es ist mir alles zu viel.
Gott, ich geb es ab.

Unabsichtlich Belogen

Innerste Wahrheiten scheinen hell. 
So offenkundig, beinahe schon grell. 
Deine Wahrheiten wollten wir nur nie sehen.
Denn sie würden meinen im Wege stehen.

Bist du der Mond und ziehst die Schwermut an?
Ist das der Grund, warum ich nicht fröhlich sein kann? 
Stress und Ungeduld und dann ist das meine Schuld, 
Wenn ich Dich im falschen Moment erwische? 
Du hast den Schlüssel zu Deinen Gefühlen verbogen.
Und mich seitdem unabsichtlich belogen.

Vielleicht gehe ich mit Dir zu hart ins Gericht.
Du konntest noch nie mit Verantwortung umgehen.
Das wollte ich nur einfach nicht sehen,
Weil die Erkenntnis meine ganze Welt verbricht.

Kümmern und Träumen liegen dir beides nicht.
Hey! Kein Ding! 
Meine Träume sind groß genug für uns beide.
Kontrollsucht lässt mich für alles sorgen.
Es fällt nur auf, wenn ich zu Boden gleite.
Du kannst mir deine Hilfe nicht borgen.

Versteh, ich kann dich in diesen Momenten nicht führen.
Ich kann nur immer weiter diesen Schmerz spüren.
Nur in meinen schwachen Momenten bitte ich dich, 
Kümmer' dich! Nimm Rücksicht auf mich! 

Nur einmal wäre ich gern deine Priorität.
Aber ich befürchte, dafür ist es schon zu spät.
Glaub mir, ich würd so gerne bei Dir sein,
Doch mir geht's immer noch besser allein. 

Liebe heißt Vertrauen

 Ich lass jetzt los.
Leg alles in deine Hände.
Liebe heißt Vertrauen.
Lass uns
 Keine neuen Mauern mehr aufbauen.

Du hast das Schloss ausgetauscht.
Jetzt zieht es in Deinem Elfenbeinturm.
Meine Wut ein Loch hineingeschlagen.
Ohne Schlüssel kann ich Dich nicht ertragen.

Du musst Deine Mauern nicht zerstören.
Ich will mich nicht gegen Dich verschwören.
Lass mich rein, nur für einen Augenblick.
Vertrau mir! Das war mein letzter Trick!

Hast Du den Schlüssel zu Dir selbst verloren? 
Dann bin ich still und lass Dir Deinen Frieden.
Ich gebe Dir keine Macht. Ich gebe Dir Zeit.
Ich verspreche, Dir blind zu vertrauen. 
Du wirst das Richtige für uns entscheiden.
Und ich kann Dir nur dabei zuschauen.

Vergib mir, ich will nicht mehr so leiden.
Ich mach mich schon mal für das Ende bereit.

30. März 2025

Es wäre ein Fehler!

Glaub nicht, Ich geb' uns so leicht auf. 
Nicht den Sommerwein auf unserer Fensterbank.
Nicht für das blaue Licht im Nebenraum.
Denn Kinderlachen war auch mal dein Traum.

Ich glaub dir gerade einfach kein Wort.
Du schubst mich gerade dann weit fort,
Wenn es einfacher, bequemer für Dich ist.
Glaub mir eins, dafür gibt es eine Ablauffrist.

Ich hätte Dir wirklich alles geben. 
Kinder, Glück, Geld, mein ganzes Leben. 
So sehr liebte ich unsere kleine Welt
Die jetzt wie eine Burgruine langsam verfällt.

Deine virtuelle Rolle ist auch nur ein Versteckspiel.
Und dafür bist Du bereit all das aufzugeben,
Wofür ich sage, es lohnt sich zu leben.
Mich. Die Stadt. Freunde. Hund und Haus?
Ist es die Anerkennung oder etwas vor dem du fliehst,
Dass du ein Leben ohne mich auch nur in Erwägung ziehst? 

Du wirst niemanden mehr finden wie mich.
Ich war dein Mensch. Deine Person. 
Mach nur! Reue wird dein ewiger Lohn.
Es wäre fast lustig, wenn es mich nicht beträfe.

Denn Du siehst es einfach nicht. 
Siehst nicht, wie wir uns verlieren. 
Siehst mich nicht mal am Abgrund stehen.
Wenn ich springe, würdest du mich anflehen?
Oder nur blindlings tiefer in die Fiktion gehen?

Wir wissen es doch beide.
Du bist in die Falle geraten.
Die Flucht wurde zur Sucht.
Vor was bist du davongerannt?
Welche Angst hat dich so verbrannt?

Ich hätte dir alles gegeben.
Es tut mir so leid für dich.
Aber nun denke ich mal an mich.

Diesen Fehler würde ich dir nie vergeben.

21. März 2025

Falsches Blau

 Selbst der Himmel hat das falsche Blau.
Den Ort, den ich einst so liebte,
Verwischt mit dem Morgentau.

Mein Schiff hat ein Leck. Ich ertrinke. 
Meine ganze Welt wankt, bricht, zerbricht.
Bis ich im falschen Blau versinke.

Mein ganzes Glück an einen Traum genäht,
Sagst du mir jetzt, dass es nicht deiner ist?
Nach sechs Jahren ist das fucking zu spät.

Ich kann diesen Weg nicht alleine gehen. 
"Glück muss separat vom Traum geschehen."
Lass mich nicht wieder am Anfang stehen!

5. Juli 2024

Was bisher geschah...

Ich war ein Geist und suchte mein Mausoleum heim.
Ich war verblasst. Ein Phantom wird gern gehasst.
Ich war zu Gast in euren schönen Leben.
Nur noch da, um euch Applaus zu geben. 

Mein Leben steckt zwischen den Staffeln fest.
Eine Serie, die mich an Klippen hängen lässt.
Noch länger und ich hätte sie dadurch abgesetzt.
Doch die Autoren gaben mir einen neuen Test.

Einst war ich ein Held in meiner eigenen Welt.
Etwas in mir zerbrach und wurd' schlecht zugenäht. 
Dabei wurde meine Gesinnung von Moiren verdreht.
Ich weiß jetzt endlich, was mir wirklich gefällt.
Eine Antagonistin, die ihren eigenen Weg geht
Und furchtlos ehrlich zu sich selbst steht.

Fuck ja! Endlich gibt es wieder was zu leben.
Fuck ja! Meine Geschichte ist nicht auserzählt. 
Neue Charaktere wurden sorgfältig auserwählt.
Und Handlungsstränge neu gewebt und verstrebt. 
Fuck ja! Endlich gibt es wieder was zu leben.