4. Juli 2017

Die ARCHE | Romananfänge #1


DIE ARCHE

Prolog 21-09
Wir sind nunmal irrationale Wesen, wären wir das nicht, sähe unsere Welt ganz anders aus. Doch wir sind, was wir sind, wie Gott uns geschaffen hat. Lass uns daran glauben, dass hinter all den Geschehnissen der letzten Jahre ein göttlicher Plan steckt, der alles zum Guten wenden kann. Lass uns auf das Gute in der Welt vertrauen, mag es sich auch noch so verstecken. Oft können wir die Wahrheit gar nicht sehen, obwohl sie glasklar vor unseren Augen geschrieben steht. Wir können nur nicht lesen.
Graces Tochter Lily war sehr klug für ihr Alter, aber auch neugierig, wie ein Luchs. Wenn sie abends zu Bett ging, löcherte sie Grace nur so mit Fragen. Zum einen aus Angst vorm Einschlafen, die in diesem Alter wahrscheinlich ganz normal ist, zum anderen weil sie mehr wissen wollte, als ihr gut tat. Aber wie erklärt man nur einem Kind diese komplexe, widersprüchliche, ungerechte Welt?
Grace tat ihr bestes die Welt so verständlich, wie nur möglich, zu erklären. 
„Es gibt vier Mächte, die bestimmen dürfen, was auf dieser Welt geschieht. Diese gliedern sich alle nochmals in vier Teile und einem Ort, an dem alle Entscheidungen der Mächte zusammenlaufen. Ganz im Westen haben wir Amerika, im Osten Russland, im Süden China und im Norden Europa, benannt nach den großen Mächten aus alten Zeiten. Zusammen ergeben sie die Arche. Wie die Arche Noah, weißt du mein Schatz? Denn die Mächte haben beschlossen, immer friedlich miteinander zu leben und sich nie wieder zu bekämpfen. Wie eine Arche wollen sie das Leben der Menschen retten und vor der Natur beschützen. Doch das war nicht immer so. Vor über zweihundert Jahren, als es noch Könige und Prinzessinnen gab, haben die Menschen Krieg gegeneinander geführt. Sie haben immer stärkere Waffen gebaut und sich böse Dinge einfallen lassen, um zu gewinnen. Ganz viele kluge Köpfe haben ausgefuchste Waffen entwickelt, die mit einem Schlag möglichst viel Schaden anrichten sollten, aber sie haben dabei gar nicht daran gedacht, dass es auch ihnen selbst schaden könnte. Dumm, nicht wahr? Doch erstaunlicherweise ging das alles hundert Jahre lang gut, bis zwei sehr mächtige Hitzköpfe gegen eine große Gruppe von Soldaten, die einen Staat aufbauen wollten, in dem sie nach den Regeln ihrer Religion leben wollten. Doch sie hatten ihre Religion total falsch verstanden und dachten Gott würde wollen, dass man sich für ihn umbringt. Zum Glück wissen wir heute, dass Gott das niemals verlangen würde. Den mächtigen Hitzköpfen machten die Soldaten aber solche Angst, dass sie beschlossen die mächtigste Bombe einzusetzen, die es gibt. Die Bombe war viel stärker und hat viel mehr kaputt gemacht, als die Hitzköpfe gedacht haben. Du kennst doch die Bilder von Oma und Opa und ihrem Haus. Bis dahin hat die Bombe noch gereicht. Dabei sind ganz viele Menschen gestorben oder krank geworden, sodass die Mächte sich geschworen haben alle Waffen zu vernichten und den Bau zu verbieten. Aber das sind genug Schauergeschichten für heute, Lily. Schlaf jetzt! Gute Nacht, ich hab dich lieb… Keine Widerrede! … ich geh jetzt!“

Grace selbst ließ der Gedanke an diesen Tag immer noch erschaudern. Es war ein ganz normaler Morgen gewesen. Als sie aufwachte, war ihr etwas übel, aber sie sagte nichts, weil sie nicht wollte, dass er sich den ganzen Tag Sorgen um sie macht. Er hatte, wie jeden Montag, schon das Frühstück gedeckt, als sie in die Küche kam. Wie jeden Montag, ging er dann um 8.35 Uhr aus dem Haus, um seinen Zug zu bekommen, der ihn die Woche über in die Stadt bringen sollte. An diesem Montag, dem 28.09.99 war eines nicht normal. Gegen Spätnachmittag sah Grace in der Ferne eine unglaublich große Rauchwolke in den Himmel steigen. Die Bombe sollte wahrscheinlich einige 100 Kilometer weiter östlich den Militärstützpunkt treffen, doch durch unglückliche Umstände traf sie die Stadt, in der ihr Mann arbeitete. Verzweifelt wählte sie sofort seine Nummer in der Hoffnung er säße noch im Zug oder wäre umgekehrt, weil er etwas vergessen haben könnte. Endlos lange schien es zu dauern, bis die die Nummer gewählt hatte und auf ein Signal am anderen Ende der Leitung wartete. Gott, lass alles gut sein. Lass ihn abheben und sagen „Hey Schatz, hast du die schlimme Meldung schon gehört? Mir geht es gut und dir?“ Doch es war nur die Computerstimme einer Frau zu hören, die sachlich mitteilte, dass der gewünschte Gesprächspartner leider nicht erreichbar sein und fragte, ob man eine Nachricht hinterlassen wolle. Grace stand an diesem Tag noch lange weinend am Fenster und sah nur Rauch. Selbst viele Jahre später sah sie ihn noch vor ihrem inneren Auge, wie er aus dieser Tür ging und nie wieder zurückkommen, sie nie wieder in den Armen halten oder seine ungeborene Tochter kennen lernen sollte. Schlimmer, als nur daran zu denken, war es, seiner eigenen Tochter von diesem Tag zu erzählen, ohne ihr die Angst zu machen, die es Grace selbst machte. Sie fasste sich in ihren Erzählungen über Vergangenes und über Lilys Vater immer sehr kurz, da sie nicht wollte, dass Lily etwas von ihrer Trauer und Verzweiflung mitbekam.

29. Mai 2017

P.

>> Man muss für die Liebe kämpfen <<, sagt der Tiger.
>> Doch was, wenn sie hoffnungslos ist? <<, fragt sie. 
>> Die Angst zu scheitern, darf dich nicht aufgeben lassen. << 
>> Er ist ja nicht mal der Richtige, er hat so viel, was mich an ihm stört! << 
>> Aber du hast ihm nun mal dein Herz geschenkt und er hat es noch nicht zurückgegeben. <<

5. April 2017

Ich brauche keinen Typen - Mach dich selbst glücklich #13



Gerade habe ich mir wirklich gedacht: "Ich brauche keinen Typen, um glücklich zu sein" als ich überlegt habe jemanden anzuschreiben oder nicht.

In Hamburg bin ich glücklich. So glücklich, dass ich Angst habe, nach hause zurückzukehren. In meine kleine Stadt, mit begrenzten Möglichkeiten und begrenzten Geistern.

Es ist nicht so, dass ich hier niemanden kennen gelernt hätte, aber niemanden, der mich umhaut - und das ist auch gut so. Mich in jemanden zu verlieben, der 500 km entfernt lebt, wäre das letzte, was ich will. Doch ich muss gestehen, ich bin ein bisschen stolz, dass ich so gut im Alleinsein geworden bin. Ich bin unabhängig und das will ich nur für den Richtigen aufgeben.

Kennt ihr den Geruch, wenn ein Regenschauer vorbei ist und die Sonne wieder scheint? Man ganz tief die reine Luft einatmet und sich einfach nur glücklich ist. Die Straße entlang geht und ganz tief einatmet, weil man nicht will, dass die Zeit vergeht. Man will alles einsaugen und nie wieder loslassen.

8. März 2017

Freiheit




Der Zug rast und Ohren dröhnen. 
Überall nur Knattern und Stöhnen.
Doch die Zeit steht still,
Wie letzten Sommer im April.
Freiheit schreit Dir ins Gesicht,
Steht da in neonbunter Schrift.
Ignorieren kannst Du sie nicht.
So ist das, wenn man sie endlich trifft.

1. Februar 2017

Mach dich selbst glücklich #12


Habe ich nicht gesagt, ich brauche einen Neuanfang?
Ihr glaubt nicht, was ein paar Tage nach dem letzten Post passiert ist: Ich habe einen Praktikumsplatz in H A M B U R G bekommen! Ab Mitte Februar werde ich für drei Monate weg sein von allem hier. Wohnung habe ich auch bereits und blicke dem ganzen mit einer Mischung aus Vorfreude und Ehrfurcht entgegen.
Aber so schnell kann's gehen.

Und was macht das Leben? Es schickt mir einen netten Jungen vorbei, um noch mal ein kleines Gefühlschaos in mir auszulösen. Ich habe so große Angst, mich selbst zu verlieren, denn ich habe mich gerade selbst wirklich gefunden. Aber ich weiß auch, wenn ich mich auf sowas einlasse, werde ich wieder ein Stück von mir verlieren. Bin ich dazu bereit?
Wird es überhaupt dazu kommen?

Mir ist vor kurzem aufgefallen, dass viele glauben, Feminismus heißt, als Frau keinen Mann zu wollen. Ich glaube aber, dass Liebe ein menschliches Bedürfnis ist und kein weibliches. Ich kann doch Liebe wollen ohne mich von ihr abhängig machen zu müssen. Oder geht das nicht?

15. Dezember 2016

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Wintergefühle

Meine letzten Lookbooks waren alle sehr modeorientiert, dieses hier ist anders. Vielleicht ist es auch gar kein Lookbook, sondern einfach ein Winter-Video, in das man drei Minuten lang eintauchen kann. Wir waren auf dem Weihnachtsmarkt und einen Kaffee trinken. Dabei ist dieses Video entstanden.