5. Februar 2018

#6 Pansy Parkinson - Eine Fan-Fiktion


Bittersüße Weihnachten I 

An Heiligabend hatte es so sehr geschneit, dass sie am nächsten Tag
kaum noch aus der Tür kamen. Vater hatte sich am ersten Feiertag frei
genommen und so war das der erste Tag seit langem, dass Pansy ihn
überhaupt mal wieder zu Gesicht bekam. Er wirkte übermüdet, dennoch
trug er seinen Festtagsumhang. Alle hatten sich zum Essen herausgeputzt.
Pansy trug ihre neue Perlenkette und die dazugehörigen Ohrringe, die sie
von Vater bekommen hatte. Sie konnte sich nicht erinnern, wann sie das
letzte mal gemeinsam im Speisesaal am großen Tisch zu Abend gegessen
hatten.
„Wie geht es Draco?“, fragte Vater sie beiläufig. Pansy verschluckte sich an
ihrem Stück Ente. „Ich glaube ganz gut. Der Stress im sechsten Jahr ist für
uns alle ungewohnt, nehme ich an.“, sagte Pansy.


„Ach ich erinnere mich noch, wie viel Maggie sogar in den
Weihnachtsferien gelernt hat.“, tönte Mrs Parkinson. Maggie lief leicht rosa
an und sah Pansy schuldbewusst an. Ja die perfekte Maggie hatte immer
gelernt.
„Professor Snape lehrt dieses Jahr endlich Verteidigung gegen die dunklen
Künste. Dafür hat Professor Slughorn Zaubertränke übernommen, einige
Eltern meiner Mitschüler hatten ihn damals schon. Kennt ihr ihn noch?“,
fragte Pansy.
„Ach der liebe Horace. Er ist ein alter Freund der Familie, viele Jahre kam er
gerne zu unserer Weihnachtsfeier. Die letzten Jahre war er leider
unpässlich.“, sagte Mrs Parkinson.
„Ich habe schon von Severus erfahren, dass du in Dunkle Künste eine der
besten bist.“, lobte Vater und wurde mit einem mal ernst: „Ich hörte, ein
Schlammblut sei Klassenbeste in fast jedem Fach. Wie schafft es ein
Schlammblut besser zu sein, als meine Tochter, besser als alle Slytherins
ihres Jahrgangs. Zu meiner Zeit hätte es das nicht gegeben.“
„Aber Vater, dafür kann Pansy doch nichts.“, versuchte Maggie sie zu
verteidigen, doch verstummte, als Mrs Parkinson sie mit einem Blick zum
Schweigen brachte.
„Ich werde mich künftig mehr anstrengen, Vater.“, sagte Pansy.
Vater zu widersprechen, war selten eine gute Idee.
Für das restliche Essen sprach keiner auch nur ein Wort mehr. Doro räumte
vorsichtig das Essen ab und jeder ging für den restlichen Tag seine eigenen Wege.
Am nächsten Tag war Vater schon wieder fort, als Pansy in den kleinen
Speisesaal kam. Maggie war schon wieder völlig in ihrem Element: „Oh
Pansy, heute fangen wir endlich an, aufzubauen! Ich freu mich ja so. Fred
und George kommen auch gleich. Sie haben schon alles verzaubert und
wir müssen es heute und morgen nur noch aufbauen. Die beiden sind der
Wahnsinn. Ich bin so froh, dass ich sie engagiert habe. Sie sind solche
Frohnaturen und werden das ganze Haus erstrahlen lassen.“
Nachdem Pansy sich während des Essens noch den kompletten Ablauf
der Feier anhören musste, war sie wieder auf dem Weg zu ihrem Zimmer.
Hätte Pansy die Wahl gehabt, hätte sie die Feiertage am liebsten in
Hogwarts verbracht. Sie hatte sich mit Draco so häufig gestritten, dass sie
ihn morgen lieber nicht sehen wollte. Draco würde mit seiner Familie da
sein. Beide Familien waren so glücklich über die Beziehung zwischen ihr
und Draco gewesen. „Unser Blut wird rein bleiben“, hatte ihre Mutter
überschwänglich zu Narzissa Malfoy gesagt. Ihr Vater wirkte ehrlich stolz
auf Pansy. Er mochte Draco so sehr.
Was würden sie nur denken, wenn Draco Pansy auch am Weihnachtsball
kaum Beachtung schenken würde, oder noch schlimmer, wenn sie wieder
streiten würden. So wollte sie auf keinen Fall vor der ganzen englischen
Gesellschaft dastehen.
Während sie über Dracos Verhalten nachdachte, bemerkte sie nicht, wie
Fred Wealsey ihr mit einer Torte entgegen kam. Die sechsstöckige Torte
 überragte sogar den recht groß gewachsenen Fred, sodass es Pansy
ebenfalls nicht sah. Der unvermeidliche Zusammenstoß brachte Pansy, die
nun komplett voller Sahne und Zuckerguss war, völlig aus der Fassung.
Sprachlos starrte sie Fred Weasley an, der sich vor Lachen krümmte: „Na
Parkinson, dachte deine Geschmacksrichtung ist ehr sauer, so kann man
sich täuschen.“ Normalerweise wäre Pansy jetzt wirklich stinksauer
gewesen, doch irgendetwas an Freds Lachen wirkte ansteckend. „Was fällt
dir ein“, versuchte Pansy ernst zu sagen.
Gekonnt schwang Fred seinen Zauberstab und die Torte war wieder heile
und Pansy wieder in sauberer Kleidung.
Langsam verstand Pansy, warum Maggie so begeistert von den Zwillingen
war. Das große Haus konnte schnell kalt und erdrückend wirken. Die
Zwillinge erfüllten auf gewisse Art mit Leben und Freude.
Ob ihr Vater wusste, dass zwei Blutsverräter für ihn arbeiteten? So wie
Pansy Maggie kannte, hatte sie ihm das entweder schön geredet oder gar
nicht erzählt.
„Hast du Lust uns bei den Lampions zu helfen?“, fragte Fred und riss Pansy
 aus ihren Gedanken. „Wir müssen sie nur noch aufhängen. Verzaubert sind
sie schon.“, fügte Fred hinzu.

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