26. Februar 2018

#9 Pansy Parkinson - Eine Fan-Fiktion


Hogsmeade

Ein paar Tage nach ihrer Rückkehr nach Hogwarts, saß Pansy mit Daphne
und Millicent beim Frühstück in der großen Halle, als eine alte zerzauste
Eule völlig erschöpft auf ihrem Tisch landete. „Ah du liebe Güte, die ärmste,
wer schickt so alte Eulen? Das ist doch Tierquälerei!“, rief Daphne entsetzt
und gab der kleinen Eule etwas Wasser. Pansy nahm den Brief und
bemerkte, dass kein Absender notiert war. Sie öffnete den Brief und las,
was in großen, krakeligen Buchstaben geschrieben stand:


Pansy,
seit der Sache an Weihnachten gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. 
Lust auf einen Kaffee bei bei deinem nächsten Hogsmeadebesuch? Dann 
komm zu Madame Puddifoots Café um 2 Uhr.
F.

„Sag, von wem ist der Brief?“, fragte Daphne neugierig und versuchte auf
den Brief zu linsen. „Das geht dich überhaupt nichts an!“, schnauzte sie
zurück. „Oh Gott, ich sterbe vor Neugier! Von Draco kann es ja nicht sein,
schließlich würde er nie so eine Eule schicken und könnte dir das auch
ohnehin einfach selbst sagen“, überlegte Daphne laut.
Pansy starrte den Brief an. Konnte es wirklich sein, dass Fred Weasley sie
noch einmal sehen wollte, nachdem was sie ihm Weihnachten erzählt und
noch viel mehr, was sie getan hatten. Noch immer konnte sie nicht
begreifen, warum sie einen Blutsverräter geküsst hatte. Ganz schön mutig
von ihm, einfach so nach einem Date zu fragen, wo er doch wusste, dass
sie einen Freund hatte. Einen Freund, dem seine Freundin offenbar völlig
egal war, aber dennoch war sie sich sicher, dass sogar Draco tief im
Inneren auch Pansy liebte. Er würde ausrasten, wenn er erführe, wen sie
an Weihnachten geküsst hatte. Doch vielleicht war das gar nicht so
schlecht. Vielleicht würde ihm dann bewusst werden, was er an Pansy hat.
„Wer ist F.?“, flüsterte Daphne nun. „Hast du etwa einen heimlichen
Verehrer?“, sagte Daphne jetzt noch leiser. Pansy spürte wie ihr die Röte
ins Gesicht stieg. „Das ist ein D., du Dussel. D. wie Draco“, fauchte Pansy
und rollte dabei übertrieben die Augen.
Doch bevor Daphne weiter fragen konnte, sah sie Draco mit Crabbe und
Goyle an seiner Seite auf die zukommen. Schnell versteckte Pansy den
Brief in ihrem Umhang, stand auf und umarmte Draco einen Moment zu
lange.
Daphne war schlau genug, sich alles zusammenzureimen, obwohl Pansy
glaubte, dass sie nicht wusste wer ihr heimlicher Verehrer war. Doch sie
war auch loyal genug, um Pansy nicht auszufragen.
Als das Wochenende kam, war Pansy zum ersten Mal dankbar, dass
Draco, wie schon das ganze Schuljahr, nicht am Ausflug nach Hogsmeade
teilnahm. Es war immer noch kalt und über Nacht hatte es wieder
geschneit.

„Pans’ kommst du heute mit in die drei Besen?“, fragte Flora Carrow
vergnügt auf dem Weg nach Hogsmead. „Ich kann leider nicht, ich bin auf
einen Kaffee verabredet.“ „Mit wem denn? Draco ist doch gar nicht
mitgekommen.“, fragte Floras Zwillingsschwester Helestia neugierig.
„Natürlich kommt Draco nach. Was denkt ihr denn?“, log Pansy erneut.
Diese ganze Heimlichtuerei fing an ihr Spaß zu machen. Es war eine
willkommene Abwechslung zu den Sorgen, die Draco ihr die letzten
Monate bereitet hatte. „Dann läuft es also wieder besser zwischen euch?“,
fragte Flora. „Lief nie besser.“, flötete Pansy und lies die beiden hinter sich.

Als Pansy die Tür zu Madame Puddifoots Café öffnete, spürte sie ein
angenehmes Kribbeln im Bauch, das wohl mehr von der Aufregung, als
der warmen, gemütlichen Atmosphäre des Cafés herrührte.
Das Café war wirklich perfekt für Paare. Überall waren abgeschiedene
kleine Nischen mit dicken, weichen gepolsterten Bänken in rot und rosa
Tönen, wobei die meisten schon besetzt waren. Da entdeckte sie ihn
lässig in einer Nische sitzend und sie angrinsend. Seine feuerroten Haare
stachen sich prächtig mit seinem violetten Pullover. Als sie auf ihn zukam,
stand Fred auf und nahm ihr den Umhang ab.
„Hast mich fast nicht gesehen, was?“ „Bist hier ja gut getarnt, mit deinem
Pulli und deinen Haaren.“, antwortete Pansy keck. Fred grinste sie an und
sie setzten sich. Ihre Nische war so schmal gebaut, dass kaum ein Dritter
Platz darin gefunden hätte.
Nachdem sie sich einen Kaffee für Fred und eine heiße Schokolade für
Pansy bestellt hatten fragte Fred aufrichtig interessiert: „Wie geht es dir?“
Pansy wusste, dass er damit auf das, was sie ihm Weihnachten erzählt
hatte, anspielte. Er sah sie mit seinen braunen Teddy-Augen durchdringend
an, als wollte er ergründen, was sie denkt. Sie wollte jetzt nicht mehr über
Draco reden oder auch nur an ihn denken. So zuckte sie nur mit den
Schultern und sagte: „Unverändert, aber lass uns über etwas Schönes
reden, ja? Wie geht es dir?“ Fred schien erleichtert: „Mir könnte es nicht
besser gehen. Der Laden läuft super. Und da gibt’s noch dieses
Mädchen.“ Pansy starrte ihn verwirrt an deshalb sagte Fred schnell: „Das
heute mit mir einen Kaffee trinkt.“ Da musste Pansy schmunzeln. Fred hatte
diese Pause mit voller Absicht gemacht. Nervös schaute sich Pansy immer
wieder im Raum um. Fred wirkte allerdings völlig gelassen und ruhig. Im
Radio spielte gerade Socks & Sandals ihren neuen Hit lonley love. „Ich
liebe diese Band!“, murmelte Pansy. „Ehrlich? Ich kenne eine der
Sängerinnen. Sie ist eine gute Freundin von meinem Bruder Charlie.“ Pansy
machte großen Augen und sagte: „Seit Jahren versuche ich an
Konzertkarten heranzukommen, aber die sind immer schneller ausverkauft
als man Socks & Sandals rocks sagen kann.“ Pansy hatte dabei etwas
ausschweifend gestikuliert und Freds Kaffee verschüttet. Draco hätte sie
jetzt wahrscheinlich angeschrien oder zumindest beleidigt, doch Fred
schwang einfach seinen Zauberstab und der Kaffee war wieder in seiner
Tasse. „Alles gut, guck doch nicht so entsetzt, es war doch nicht giftig!“,
sagte er.
Plötzlich strömte kalter Wind von draußen herein und in der Tür standen
Dean Thomas und Ginny Weasley. Instinktiv verschwand Pansy unter dem
Tisch und ließ einen sehr belustigten Fred zurück. „Hey, Fred, was machst
du denn hier?“, fragte Ginny und ihr Blick blieb an Pansys heißer
Schokolade hängen. „Ich pass bloß auf, dass mein Schwesterchen nichts
anstellt mit ihrer neusten Flamme.“ sagte Fred und sein Blick fiel auf Dean.
Ginnys blickte ihn wütend an und zog Dean in die entfernteste Ecke,
sodass Fred sie nicht mehr sehen konnte.
„Die Luft ist rein.“ „Meinst du, sie haben was gemerkt?“, fragte Pansy
besorgt, immer noch unter dem Tisch versteckt. „Ich glaube nicht, dass
sich jemand vorstellen kann, dass du jemanden wie mich datest.“,
nuschelte Fred und zog Pansy sanft nach oben. Dabei streiften sich
unweigerlich ihre Körper und die Luft schien auf einmal elektrisch
aufgeladen.
Pansy schloss die Augen. Für einen Moment stand die Welt still. Pansy
wäre es egal gewesen, wenn jetzt Draco mit dem Dunklen Lord persönlich
in der Tür gestanden hätte. Alles was zählte, war im Hier und Jetzt: Fred,
der so anders war als Draco. Fred, der ihr so liebevoll durchs Haar fuhr.
Fred, der sie so leidenschaftlich küsste.

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